Praxis der grünen Tara – Meditation in der Gruppe

Grüne Tara - schön und mutig. Seidenbild einer italienischen Künstlerin.

Tara – eine weibliche Erwachte

Die Praxis der grünen Tara ist eine rituell festgelegte Form, die stufenweise die Entwicklungsgeschichte bis zum Erwachen in szenischer Abfolge zeigt. In dieser Meditationspraxis gehen wir mit einem kraftvollen weiblichen Gegenüber in Kontakt und lernen viel über uns. Gerade Frauen profitieren  von einer Transzendenz im gleichen Geschlecht. Tara ist mutig, tatkräftig, schön, klug, mitfühlend und schützt vor Gefahren. Sie erfüllt alle dringendsten Bedürfnisse der Wesen wie z. B. das nach Geborgenheit, Zugehörigkeit oder Versorgtsein. Auf höchster Ebene ist sie auch ein Buddha-Aspekt. Ihre Praxis lässt uns staunen und enthüllt uns mehr und mehr tiefe Geheimnisse über uns und das Leben.

Die Praxis der grünen Tara – Freiheit ist die Vision

Die Befreiungsgeschichte der grünen Tara begann „in anfangloser Zeit“ (wie es heißt). Die Legende erzählt von der Prinzessin Yeshe Dawa (Mondengleiche Weisheit), die von den Befreiungsreden des damaligen Buddha Trommelklang hörte. Sie entdeckte ihre Liebe zur spirituellen Weisheit. Unermüdlich hörte sie die Belehrungen an und unterstützte die Mönchsgemeinde durch unzählige großzügige Gaben. Über viele Wiedergeburten war sie die interessierte und hingebungsvolle Schülerin des jeweiligen Buddha. Die Lehren von der Befreiung bewegten ihren Herz-Geist immer tiefer. Sie wagte selbst zu denken. Als sie das Bodhisattva-Versprechen ablegte und ein Mönch ihr riet, im nächsten Leben einen männlichen Körper anzunehmen um so die Erleuchtung zu erlangen, diskutierte sie mit ihm. Sie antwortete, „Ein erwachter Geist hat kein Geschlecht.“ Klug wies sie den Mönch darauf hin,  dass diese den Mann zum Mittelpunkt machende Perspektive aus einer falschen Sicht der Wirklichkeit herrühre. Der Mönch gab sich geschlagen. Die selbstbewußte Frau legte ein Gelübde ab: bis alles Leid beendet ist wird sie in einem weiblichen Körper zum Wohle der Wesen tätig sein.  Seit dem sie erwacht ist, wird sie Tara genannt.

Das Tara-Libre-Mandala

Ich praktiziere ich im Tara-Libre-Mandala. Meine Lehrerinnen sind Sylvia Wetzel, Sabine Hayoz Kalff und Agnes Pollner, die mir 2016 die Erlaubnis erteilte, die Praxis der grünen Tara anzuleiten und in diesem Rahmen Belehrungen zu geben. Über Agnes Pollner lernte ich  Lama Shenpen Hookham kennen, die speziell in den Mahamudra- und Dzogchen-Lehren ausgebildet ist.

Ich bin in der Kölner-Tara-Gruppe und leite die Tara-Gruppe in Bergisch-Gladbach Duckterath (Yoga-Sukha).