Schwangerschaft mit Vitamin D

Schwangerschaft und Vitamin D sind ein Traumpaar
Sonnenbaden fürs Baby, Foto: pixabuy woman-356141_1920

Vitamin D in der Schwangerschaft – wie sinnvoll ist das? Wenn du dich das fragst, wirst du in diesem Text hilfreiche Informationen finden. Diese Informationen sind sowohl für dich wichtig, als auch für das Baby, das sich in deinem Körper entwickelt (oder irgendwann einmal entwickeln soll). Bleibe also bis zum Ende dabei: es lohnt sich.

Warum ist Vitamin D in der Schwangerschaft so wichtig?

Das Interesse an dem Sonnen“vitamin“, das sich auch wie ein Hormon verhält, ist enorm. Auf der wissenschaftlichen Seite von pubmed werden ca. 4.800 Publikationen veröffentlicht zum Thema „Vitamin D und Schwangerschaft“. Wobei es erst ab 2010 richtig bergauf ging mit dem wissenschaftlichen Interesse an diesem Thema, mit dem sich – zugegebener maßen – nicht viel Geld verdienen lässt.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse legen den Schhluss nahe, dass Vitamin D einen wichtigen Beitrag leistet für die Gesundheit der Schwangern und  des Kindes.

Es ist wichtig für

  • die Ausbildung des Immunsystems
  •  die Entwicklung des Skeletts
  •  die Entstehung des Nervensystems
  •  die Regulierung des Zellzyklus
  • die Entwicklung aller Organe und des Gehirns
  • die Genaktivität
  • die Entwicklung der Plazenta

Vitamin D ist ein großer Mitspieler, wenn es um die mütterliche und kindliche Gesundheit geht. Darum wundert es auch nicht, dass direkt nach der Befruchtung der weibliche Körper damit beginnt, den Vitamin-D-Stoffwechsel zu verbessern. Die Produktion bestimmter Vitamin-D-Transportermoleküle wird erhöht. So wird sichergestellt, dass der wichtige Botenstoff auch zu allen Zellen transportiert wird. Sobald die Plazenta gebildet ist, fängt die Versorgung des entwickelnden Kindes mit Vitamin D über die Nabelschnur an. Hier wird deutlich, dass der Vitamin-D Spiegel des Kindes von dem der Mutter abhängig ist.

Vitamin-D Mangel und Jahreszeiten

2013 veröffentlichte das Ärzteblatt das Ergebnis einer Querschnittsstudie, die im British Journal of utrition veröffentlicht wurde. Die Erkenntnis daraus ist ernüchternd: die Vitamin-D Defizite in den Winter- und Sommermonaten sind für Schwangere und ihr ungeborenes Kind eklatant. Bei 98 % der Schwangeren lagen die 25 (OH)-D Werte in den Monaten Oktober bis März unter 20 ng/ml. Selbst in den sonnenreichen Sommermonaten waren noch 49 % unterversorgt. Natürlich ist dann auch die Versorgung mit Vitamin D über die Nabelschnur für das werdende Kind entsprechend schlecht.

Die Studie nennt wichtige Risikofaktoren für niedere Hormonspiegel: zum einen mangelnde Bewegung (liebe Schwangere, bewegt euch viel an frischer Luft, denn das inaktive Vitamin D wird durch Bewegung in zellgängiges Aktives umgewandelt). Zum anderen vermindert auch eine dunkle Hautfarbe die Vitaminsynthese. Das wiegt besonders schwer, wenn die für die Vitamin-D Synthese wichtigen UV-B Strahlen nicht das ganze Jahr zur Verfügung stehen, sondern nur ein paar Monate.

Wenn der Vitamin-D Wert in die Knie geht

Niedere Vitamin-D Werte können sich für die Gesundheit der Schwangeren fatal auswirken.  Das zeigt z. B. eine Studie, die 2018 in der Zeitschrift Nutrients veröffentlich wurde. So stehen sie mit dem erhöhten Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes in Zusammenhang. Gerade dies belegen Studien sehr gut. Ebenso zeigt sich, dass niedere Vitamin-D Spiegel mit erhöhtem Blutdruck, einer bakteriellen Scheidenentzündung oder dem Risiko einer Frühgeburt assoziiert sein können.

Hast du schon von der Schwangerschaftsosteoporose gehört oder gelesen? Viele Schwangere werden von unerträglichen Rückenschmerzen geplagt. Raimund von Helden weist darauf hin, dass dies auch auf die schlechte Knochengesundheit zurückzuführen sei. Das gestiegene Bedürfnis an Vitamin D und Magnesium führe zum Calciumverlust im Knochen. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Knochendichte während der Schwangerschaft abnimmt. Du kannst einfach und preiswert einer Schwangerschaftsosteoporose vorbeugen, indem du auf eine ausreichende Zufuhr an Vitamin D achtest.

Vitamin D Mangel hat Folgen für das Kind

Ist der Vitamin-D Spiegel zu nieder kann es, so zeigen Studien, vermehrt zu einer Frühgeburt kommen oder zu einem geringeren Geburtsgewicht des Kindes. Das kann sich auf die kognitive oder physische Entwicklung hemmend auswirken. Der verminderte Mineralienhaushalt begünstigt eine geringere Knochendichte. Diese Kinder haben ein erhöhtes Osteoporoserisiko im Alter. An diesem Beispiel zeigt sich, wie ein früher Mangel an einem wichtigen Nährstoff eine Erkrankung im Alter fördern kann. Auch eine Arthrose in späteren Jahren kann ihre Wurzeln in einer unzureichenden Knochengesundheit in der Kindheit haben, weil eine ausreichende Vitamin D-Versorgung fehlte.

Auch kognitive und motorische Fähigkeiten von Babys und Kleinkindern können beeinträchtigt sein, wenn die schwangeren Mütter einen zu niederen Vitamin-D Spiegel hatten. Vor allem im 1. Trimenon scheint das Risiko für Autismus erhöht zu sein, wie eine Studie aus dem Jahr 2020 nahelegt. Die Autoren fordern, die Bedeutung des Vitamin-D Spiegels in der Schwangerschaft noch genauer zu untersuchen.

Welcher Vitamin-D Wert ist sinnvoll?

Schwangere Frauen, die in Afrika in der Nähe des Äquators leben, haben einen Vitamin D-Spiegel von ca 56 ng/ml. Daraus wird geschlossen, dass ein Wert von 50 ng/ml physiologisch ist. Daher raten Vitamin-D Experten zu einem Wert zwischen 40 und 60 ng/ml.

 

Vitamin D ist wichtig in der Schwangerschaft

Das Sonnenhormon ist wichtig für die Gesundheit von Mutter und Kind

 

Damit Sie ganz auf Nummer sicher gehen ist es sinnvoll, den Wert des 25 (OH) Vitamin D-Wert über ein Blutlabor bestimmen zu lassen. Anhand dieses Wertes und Ihres Gewichtes lässt sich der für Sie und Ihr werdendes Kind optimale Wert errechnet. Dabei ist zu bedenken, dass diese Angabe Ihrem wachsenden Gewicht im Verlauf der Schwangerschaft angepasst werden sollte. Nur so können Sie sicher gehen, dass alle Zellen ausreichend mit Vitamin D versorgt sind.

Raimund von Helden empfiehlt schwangeren Frauen als groben Richtwert 5.000 I.E. täglich einzunehmen. Dabei stützt er sich auf aktuelle Studien des amerikanischen Vitamin-D Wissenschaftlers Bruce Hollis. Dr. Bruce Hollis führte über 10 Jahre Studien mit 400 I.E., 2000 I.E. sowie 4000 I.E. bei Schwangeren durch. Es gab in keiner Gruppe negative Nebenwirkungen. Da das Studiendesign höchstens 4000 I.E. vorsah konnte er nicht darüber gehen. Doch in Einzelfällen rät er auch zu 6000 I.E. oder sogar mehr.

Schwangerschaft und Vitamin D passen zusammen wie der Deckel auf denTopf. Beide können ein Traumpaar sein und aus dem „Tatort Schwangerschaft“ eine gute Sache machen. Zum Wohl der Gesundheit der Mutter und des heranwachsenden Babys.

Allerdings: in einem Orchester gibt es immer mehrere Mitspielende. Sinnvolle Mitspielende sind in jedem Fall auch Jod und Omega-3 Fettsäuren. Erst damit wäre die Schwangerschaft eine wirklich runde Geschichte. Doch das würden den Rahmen dieses Textes sprengen.

Bleiben Sie informiert und schauen Sie hin und wieder auf meiner Homepage vorbei!

Herzlichst

Tamara Citovics